Neu in 2021: Women in Law Banking

Digitale Signatur: Unterstützung im Alltag oder klobige Mehrlast?

30. September 2021 | 09:00 – 10:30 | virtuell 

Auch im Bankenwesen steigt der Druck der Corporate Kunden, die von ihnen implementierte elektronische Signaturlösung zu akzeptieren. Wie kann darauf von Seiten einer Bank reagiert werden, ohne etwa bei den regelmäßigen Herausforderungen bei der Verifizierung elektronischer Signaturen zu straucheln. Wie umgehen mit dem Wildwuchse an systematischen Herausforderungen und Anbietern? Insbesondere bei internationalen Abwicklungen (zB Garantiegeschäften mit Countergarantien) ist das eine berechtigte Frage.

Bei der von Women in Law Banking Austria in Kooperation mit dem Bankenverband gehosteten Veranstaltung bekommen Sie nicht nur Input zur digitalen Signatur durch Women in Law, sondern auch Best Practice Beispiele von großen Playern wie zB der UNIQA, einen Einblick in wertvolles Insiderwissen sowie einen Überblick aktueller Gender Diversity Aktivitäten des Bankenverbandes.

SpeakerInnen:

      • Valeska Grond, Bankenverband
      • Alexandra Simotta, PAYONE
      • Doris Zingl, Bankenverband
      • Johannes Fritthum, UNIQA Insurance Group AG
      • Marina Wachter, Raiffeisen Bank International 
      • Oliver Stauber, Bitpanda

Hier geht’s zu den Tickets.


“Women belong in all Places, where Decisions are being made” – Das war die Auftaktveranstaltung von Women in Law Banking Austria

Am 17. Juni 2021 fand die Auftaktveranstaltung der vom Bankenverband und Women in Law neu gegründeten Initiative Women in Law Banking Austria statt. Gemeinsam mit 50 interessierten TeilnehmerInnen diskutierte ein diverses Panel über Strukturen und Rolemodels im Rechtsbereich Banking & Finance.

Die Anteile von Männern und Frauen bei den Gesamtbeschäftigten sind seit 20 Jahren in den Mitgliedsinstituten des Bankenverbandes annähernd konstant – 50% Männer, 50% Frauen. In den vergangenen 10 Jahren ist der Anteil von Frauen in Vorstandspositionen der Mitgliedsinstituten des Bankenverbandes um 4% auf nun 10% angestiegen. Der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat derselben ist von 10% auf 30% gestiegen.

Während die Führungsebene im Bereich Banking & Finance derzeit noch als männerdominierte Domäne wahrgenommen wird, zeigt die Aufteilung der Führungskräfte in Teilzeit eine ganz andere Seite – nämlich, dass Teilzeit, insbesondere “Elternteilzeit” nach wie vor eine “Frauensache” zu sein scheint. In 2020 waren in den Mitgliedsinstituten des Bankenverbandes lediglich 5% der MitarbeiterInnen in Elternteilzeit Männer.

Dies und noch weitere Fakten aus der Studie des Verbands österreichischer Banken & Bankiers “Status Quo der Gender Diversity in Banken” wurden zu Beginn der Veranstaltung von Valeska Grond-Szucsich vorgestellt und dienten als Grundlage für eine spannende Diskussion. Es zeigte sich, dass die Initiative
Women in Law Banking damit ein brandaktuelles Thema aufgreift – das Bewusstsein für Gender Diversity  scheint zunehmend in der Corporate Welt anzukommen. Damit ist es jedoch nicht getan, unterstreicht Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbandes. Er sieht eine bunte Mischung in der Corporate Welt als klaren Vorteil für Unternehmen: “Bei gemischten Führungsteams steigert sich der Umsatz, es gibt eindeutige  Erfolgskennzahlen die durch unterschiedlichste Studien belegt sind und sich daher nicht von der Hand weisen lassen.”

 

 

Die damit einhergehende Chancengleichheit hat eine starke soziale Komponente – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft müssen alle die gleichen Chancen zur Weiterentwicklung erhalten. „Eine Kultur der Chancengleichheit erhöht die Chance deutlich, aus dem gesamten Talente-Pool aller MitarbeiterInnen die Besten zu finden,“ betont Valeska Grond.

Bis das erreicht ist, gibt es auf struktureller und kultureller Ebene einiges tun. Wird beispielsweise eine aus der Karenz zurückkehrende Frau plötzlich nicht mehr als Führungskraft angesehen und sozusagen degradiert, ist das ein schwerwiegendes strukturelles Problem. „Es muss unser aller Anliegen sein, Frauen im Finanzbereich dahingehend zu unterstützen, dass sie dieselben Chancen haben wie Männer, um in Führungspositionen und als Expertinnen tätig zu sein. Dazu bedarf es der Kooperation aller Geschlechter und eines einheitlichen Verständnisses über die strukturellen Voraussetzungen, die es in Gesellschaft und Wirtschaft braucht, um Gender Diversity weiter voranzubringen“, so Resch. „Chancengleichheit muss beim Management in der Führungsetage beginnen und ganz klar in der Führungs- und Unternehmenskultur verankert werden“, bestätigt Doris Zingl.

Aber was müssen Führungskräfte nun konkret beachten, wenn es um Förderung im Bereich Banking geht? Wie können Rolemodels und Struktur durch Führungskraft entstehen? 

Dazu Kung-Hao Wang, Leiter FirmenkundenCenter Campus Ost, Vienna Large Caps, Corporate Banking Division: “Sich an Vielfalt freuen und sie zulassen – das sind die unbestritten positiven Seiten von diversem Auftreten, das wir als Team auch fördern wollen. Es geht in der Umsetzung hauptsächlich um die Kommunikation, um Delegation und um gute Einteilung. Den KundInnen und auch intern müssen Arbeitszeiten und Aufgaben klar festgelegt und transparent definiert sein.”

Scheinbar gibt es also bereits einige gute Lösungsansätze, die auch bald in der Managementebene endgültig angekommen sein sollten. Trotzdem wird der Bereich des Bankings noch immer als Männerdomäne wahrgenommen. Woran liegt das? 

Sylvia Unger (Unger Rechtsanwälte) dazu: “Es gibt einige Rechtsgebiete, die erst in den letzten Jahren begonnen haben, sich von dem männerdominierten Klischee loszulösen. Einige Rechtsbereiche, darunter auch Banking & Finance, sind sehr zeitintensiv. Die Kammer unterstützt eine flexible Gestaltung zB der Karenzzeit leider nicht ausreichend, was zu einem zusätzlichen Hindernis wird. Trotzdem sind gemischte Teams die beste Voraussetzung, um unternehmerisch erfolgreich zu sein. Daher bedarf es des Mutes von Frauen, sich in die erste Reihe zu stellen, und des Mutes von Männern, dies auch zu unterstützen. Am Ende werden beide dadurch gewinnen – Diversität bringt unternehmerischen Erfolg.“

Sabine Götsch, Leitung Recht und Steuern, Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG berichtet aus der eigenen Erfahrung, dass mit Rückschlägen bei diesem Prozess zu rechnen ist. Als Führungskraft arbeitet sie heute allerdings aktiv an Modellen, wie Teilzeit in Führungspositionen ermöglicht werden kann. Immerhin gibt es einen positiven Ausblick in die Zukunft, so Götsch: “Seit Corona wurde die Digitalisierungswelle deutlich sichtbar. Durch remote Beratung wurden ganz neue Wege gefunden, die gerade im Hinblick auf Führung neue Chancen eröffnen. Flexible Arbeit sowie die Awareness dafür kommt endlich im Mindset der KundInnen und MitarbeiterInnen an.”

Jedenfalls bleibt es spannend – gemeinsam mit dem Bankenverband wird die Initiative Women in Law Banking Austria weiter an diesem Thema arbeiten und Awareness dafür schaffen. 


SEI DABEI – WOMEN IN LAW FACHGRUPPE BANKING

„Im Netzwerk von Women in Law Banking sehen wir nicht nur eine Gelegenheit das Ziel der Chancengleichheit im Finanzbereich weiter voranzutreiben. Vielmehr geht es darum Menschen mit Menschen zu verbinden, ganz konkret auch darum Menschen mit Ideen und Menschen mit Möglichkeiten zusammenzubringen.“ 
(Initiatorin Doris Zingl)

„Women in Law Banking Austria“ ist bestrebt, Frauen im Bankenbereich zusammen zu bringen, den Austausch unter Frauen zu verstärken, Wissen zu teilen und bietet dafür eine Networking-Plattform. Aufgrund der derzeitigen Situation finden die Veranstaltungen vorerst online statt. In Zukunft werden auch (hoffentlich) wieder „analoge“ Veranstaltungen organisiert.

Gestartet wurde die Initiative von Alexandra Simotta (PAYONE), Doris Zingl (Bankenverband), Valeska Grond-Szucsich (Bankenverband) und Sophie Martinetz (Women in Law).

AUFTAKTVERANSTALTUNG: Zum Auftakt widmen wir uns dem topaktuellen Thema „Wie schaut es in der Bankenwelt bezüglich Frauen aus“– Der Bankenverband hat im Zuge seiner Gender Diversity Initiative den Status-Quo im Hinblick auf Geschlechtervielfalt und Chancengleichheit erhoben. Wir freuen uns über eine angeregte Diskussion. 

Donnerstag, 17.6.2021 von 09:00-10:30 Uhr
Virtuell – der Link wird allen registrierten TeilnehmerInnen rechtzeitig vor dem Event zur Verfügung gestellt.

ZUR ANMELDUNG

„Das Netzwerk von Women in Law Banking bietet den TeilnehmerInnen Inspiration, Motivation und fachlichen Austausch – wir freuen uns auf viele gemeinsame interessante Veranstaltungen!“
(Initiatorin Valeska Grond-Szucsich)

Women in Law Banking ist eine Initiative von Women in Law und dem Bankenverband. „Ziel dieser Initiative ist es, der Branche Vorbilder zu bieten, Ressourcen zu geben und gemeinsam eine gleichberechtigte Zukunft zu gestalten.“ (Initiatorin Alexandra Simotta)

Über den Bankenverband

Dem österreichischen Bankenverband ist es ein Anliegen, die geschlechtsspezifische Vielfalt im Bankwesen zu unterstützen, um Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu fördern. Gender Diversity beeinflusst die Rentabilität und Stabilität des Finanzsektors positiv und kann als Katalysator für wirtschaftliche Produktivität und Wachstum wirken.

 Neben seinen bestehenden Arbeitsschwerpunkten – Bildung, Digitalisierung, Sustainable Finance – legt der Bankenverband ab 2021 einen speziellen Fokus auf die Begleitung des Themas Gender Diversity.

Insbesondere sollen Frauen im Bankwesen in ihren vielfältigen Rollen als Mitarbeitende, Expertinnen und Führungskräfte im Unternehmen sowie als Nutzerinnen von Bankdienstleistungen gestärkt werden.

Ziel ist es, zu einem bei Männern und Frauen gleichermaßen positiven Verständnis von Gender Diversity zu gelangen und die Chancengleichheit im Finanzbereich in gleichberechtigter Zusammenarbeit von Frauen und Männern voranzutreiben.

„Es muss unser aller Anliegen sein, Frauen im Finanzbereich dahingehend zu unterstützen, dass sie dieselben Chancen haben wie Männer, um in Führungspositionen und als Expertinnen tätig zu sein. Ebenso müssen Frauen die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Finanzprodukten haben wie Männer. Dazu bedarf es der Kooperation aller Geschlechter und eines einheitlichen Verständnisses über die strukturellen Voraussetzungen, die es in Gesellschaft und Wirtschaft braucht, um Gender Diversity weiter voranzubringen“, sagt Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbandes.

Women’s Empowerment Principles

Der Bankenverband unterstützt mit seiner Gender Diversity Initiative auch die Bemühungen der European Banking Federation EBF, die kürzlich die Women‘s Empowerment Principles (WEPs) von UN Women und dem Global Compact der Vereinten Nationen unterzeichnet hat. Der österreichische Bankenverband als Interessenvertretung der Aktienbanken trägt insbesondere folgende Leitprinzipien mit:

  • Etablierung einer gleichstellungsfreundlichen Führungskultur
  • Förderung der Bildung, der Ausbildung und der beruflichen Entwicklung von Frauen
  • Förderung der Gleichstellung durch gemeinschaftliche Initiativen und Lobbyarbeit

Dialog und Kooperation

Für die konkrete Umsetzung der Gender Diversity Initiative lädt der Bankenverband seine Mitgliedsinstitute und relevante Stakeholder zu regelmäßigen Informationsveranstaltungen ein, unterstützt den laufenden Gedanken- und Maßnahmenaustausch auf Mitgliederebene und berichtet über den Fortschritt seiner Arbeit zum Thema Gender Diversity u. a. auf der Website des Bankenverbandes, in sozialen Medien, in Verbandspublikationen und im Rahmen von Pressearbeit.

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