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ESG als strategischer Hebel – nicht nur Regulierungspflicht
Am 24. März diskutierten Expertinnen beim Women in Compliance & ESG-Netzwerktreffen zum Thema Omnibus-Vorschlag.

Am 24. März 2026 lud Women in Compliance zu einem Vormittag rund um ESG und den Omnibus-Vorschlag in die Schiefer Bar an der Linken Wienzeile. Im Fokus stand die Frage, wie Unternehmen ESG jenseits von Reporting- und Regulatorikpflichten als operativen und strategischen Mehrwert nutzen können – und wie sich der Omnibus-Vorschlag pragmatisch in die Compliance-Praxis integrieren lässt.

Nach einem kurzen Networking ab 8.30 Uhr eröffnete das Steering Committee der Fokusgruppe Women in Compliance & ESG den Vormittag und Sonja Irresberger (KPMG Austria) hielt eine Keynote mit einer Einordnung der aktuellen regulatorischen Entwicklungen und der zentralen Leitfragen:

  • Welche Themen sind für E, S und G in der Praxis wirklich wesentlich?
  • Wie kann ESG/der Omnibus-Vorschlag als Steuerungsinstrument genutzt werden – nicht nur als Reporting-Pflicht?
  • Welche schlanken, risikobasierten und auditfähigen Schritte unterstützen eine wirksame Implementierung?

In der anschließenden Diskussion gaben die Speakerinnen wertvolle Einblicke aus drei sehr unterschiedlichen Perspektiven:

  • Monika Dauterive (Wiener Stadtwerke) zeigte, wie ESG bereits in der strategischen Personalplanung verankert ist und welchen Beitrag dies zur Arbeitgeberattraktivität und zur Bindung von Mitarbeitenden leistet. Gerade der Fokus auf Menschen, Beziehungen und Kultur macht sichtbar, dass „S“ und „G“ keine weichgezeichneten Themen sind, sondern handfeste strategische Faktoren.
  • Jutta Höfler (Plasser & Theurer) schilderte, wie ESG-Maßnahmen trotz sich ändernder Regulatorik und teils knapper Budgets konsequent weiterverfolgt wurden. Sie betonte insbesondere die Bedeutung automatisierter Third Party Risk Management (TPRM)-Prozesse und erläuterte, wie deren Einführung das Compliance-Management stärkt und Ressourcen schont – ein zentraler Aspekt für eine pragmatische Umsetzung des Omnibus-Vorschlags.
  • Marina Luggauer (KPMG Austria) machte deutlich, warum Klimarisiken immer auch Chancen sein können und wie sie Investitionsentscheidungen von Unternehmen, Investoren und Banken beeinflussen. Sie zeigte auf, dass ESG-Informationen längst zu einem entscheidenden Kriterium in der Kapitalallokation geworden sind und dass sich Nachhaltigkeit zunehmend in Strategie, Steuerung und Reporting niederschlägt.

Ein roter Faden durch alle Beiträge: Regulierung – ob ESG-Rahmenwerke oder Omnibus-Vorschlag – kann helfen, Themen zu priorisieren und Transparenz zu schaffen. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch in den Organisationen selbst: dort, wo ESG als Steuerungsinstrument genutzt wird, Prozesse professionalisiert, Risiken strukturiert adressiert und neue Chancen sichtbar werden.

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