m Rahmen der Veranstaltungsreihe Women in Employment Law fand in den Räumlichkeiten von PwC Österreich ein Abend zum Thema EU-Entgelttransparenzrichtlinie statt. Zahlreiche Teilnehmer:innen aus Rechtsberatung, HR, Wissenschaft und Unternehmenspraxis nutzten die Gelegenheit, sich zu einer der zentralen arbeitsrechtlichen und HR-relevanten Entwicklungen der kommenden Jahre auszutauschen. Durch den Abend führten die Moderatorinnen Carina Stiglbauer und Ursula Roberts.
Impuls 1: Rechtlicher Rahmen und Umsetzungsfragen in Österreich
Im ersten Impuls skizzierte Diana Niksova (Universität Innsbruck) die Zielsetzung und die wesentlichen Inhalte der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Im Mittelpunkt standen dabei die geplanten Maßnahmen zur Stärkung von Equal Pay, etwa erweiterte Informationsrechte von Arbeitnehmer:innen, Berichtspflichten zu Entgeltstrukturen und neue Anforderungen an Entgeltanalysen.
Darauf aufbauend beleuchtete Andrea Potz (CMS Wien) den aktuellen Stand der Umsetzung in Österreich. Diskutiert wurden insbesondere:
- offene rechtliche Fragen und gesetzgeberischer Handlungsbedarf,
- praktische Herausforderungen für Arbeitgeber:innen, etwa beim Aufbau transparenter Entgeltsysteme,
- mögliche Auswirkungen auf Prozesse in Recruiting, Performance Management und Vergütung,
- sowie neue Risiken im Zusammenhang mit Gleichbehandlung und Litigation.
Die Diskussion zeigte deutlich, dass Unternehmen gut beraten sind, sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinanderzusetzen, um nicht erst kurz vor Ablauf der Umsetzungsfrist zu reagieren.
Impuls 2: Jobarchitektur als Fundament für Entgelttransparenz
Im zweiten Impuls erläuterte Johanna Schaller (PwC Österreich), warum eine klare Jobarchitektur die Grundlage jeder nachhaltigen Entgelttransparenz ist. Neben den technischen und organisatorischen Aspekten wurden auch kulturelle Dimensionen hervorgehoben: Entgelttransparenz sei nicht nur eine Compliance-Frage, sondern ein Ausdruck von Unternehmenswerten. Transparente und nachvollziehbare Vergütung fördere Vertrauen, erhöhe die Glaubwürdigkeit von Diversity-, Equity & Inclusion-Initiativen und könne damit einen Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt schaffen.
Fazit
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die EU-Entgelttransparenzrichtlinie weit über eine „bloße“ Gesetzesänderung hinausgeht: Sie wird Vergütungsmodelle, HR-Prozesse und Unternehmenskultur nachhaltig beeinflussen. Ein frühzeitiger Fokus auf strukturierte Jobarchitektur, klare Entgeltgrundsätze und transparente Kommunikation ist entscheidend, um rechtliche Risiken zu minimieren und die Chancen der neuen Rahmenbedingungen zu nutzen.
Mit lebhaften Fragen und Diskussionen aus dem Publikum bot das Women in Employment Law-Event eine praxisnahe und interdisziplinäre Plattform, um die nächsten Schritte auf dem Weg zu mehr Entgelttransparenz in Österreich zu beleuchten.








0 Kommentare