Am 19. September 2025 stand beim Women in Employment Law-Event in der ARS Akademie in Wien ein hochaktuelles Thema im Mittelpunkt: Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Arbeitsrecht. KI verändert Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten und wirft dabei drängende rechtliche, organisatorische und ethische Fragen auf.
Zwischen Chancen und Risiken: KI auf dem arbeitsrechtlichen Prüfstand
In einer von Cornelia Birnleitner und Carina Stiglbauer moderierten Gesprächsrunde wurde schnell klar: KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen – sowohl in Unternehmen als auch in der juristischen Praxis. Umso wichtiger ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen und Chancen wie Risiken kritisch zu beleuchten.
Die Expertinnen gaben dazu spannende Einblicke:
- Mag. Sophie Martinetz (Future-Law, Women in Law Austria) erklärte anschaulich, wie Generative AI funktioniert und welche Tools Juristinnen bereits heute für Recherche, Dokumentation und Vertragsprüfung nutzen können.
- Univ.-Prof. Dr. Susanne Auer-Mayer (WU Wien) zeigte in einem tiefgehenden rechtlichen Impuls auf, welche Grenzen die DSGVO – insbesondere Art. 22 – für automatisierte Entscheidungen setzt und ob damit das Ende von KI-gestütztem Personalmanagement eingeläutet wird.
- Mag. Isabel Firneis (Wolf Theiss) beleuchtete praxisnah die arbeitsrechtlichen Fallstricke beim Einsatz von KI im Unternehmen. Sie betonte die Rolle der Mitbestimmung und gab wertvolle Hinweise zum Umgang mit dem Betriebsrat in Transformationsprozessen.
Kernfragen der Diskussion
✔ Welche Chancen bietet KI für Juristinnen und den Rechtsberuf?
✔ Wo liegen die rechtlichen Grenzen automatisierter Entscheidungen?
✔ Wie lässt sich KI im Personalwesen nutzen, ohne rechtliche Risiken einzugehen?
✔ Welche Rolle spielt die Mitbestimmung und wie gelingt die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat?
Fazit und Ausblick
KI ist für das Arbeitsrecht Herausforderung und Chance zugleich. Einerseits eröffnet sie Juristinnen neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und strategischen Beratung. Andererseits stellen Datenschutz, Mitbestimmung und rechtliche Compliance hohe Anforderungen an den Einsatz von KI-Tools.
Das Event zeigte eindrucksvoll: Wer KI verantwortungsvoll und rechtlich fundiert einsetzen will, muss die Technologie verstehen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennen und den Dialog mit allen Stakeholdern aktiv gestalten.
Nach den Impulsen nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zum Netzwerken bei einem gemeinsamen Frühstück – ein inspirierender Abschluss für einen Vormittag voller Wissenstransfer, Austausch und wertvoller Kontakte.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Expertinnen für ihre fundierten Beiträge und an alle Teilnehmerinnen für die engagierte Diskussion!



















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