Mentoring

Women in Law Mentee Mag. Bianca Karpf-Farkas im Gespräch
Mag. Bianca Karpf-Farkas wurde als Mentee für den ersten Durchlauf des Women in Law Mentoring Programmes ausgewählt. In einem persönlichen Gespräch haben wir mehr über die Motivation hinter ihrer Bewerbung…

Mag. Bianca Karpf-Farkas wurde als Mentee für den ersten Durchlauf des Women in Law Mentoring Programmes ausgewählt. In einem persönlichen Gespräch haben wir mehr über die Motivation hinter ihrer Bewerbung erfahren:

Was ist Ihr berufliches Motto?

Über ein Motto habe ich mir ehrlicherweise bis dato noch keine Gedanken gemacht. Wenn ich mir aber überlege, nach welchem Motto ich mein Leben (beruflich und privat) ausrichte, so würden dies wohl die folgenden zwei Sätze beschreiben: „Wachse über dich hinaus“ und „Bleib dir selbst treu“. Sowohl in meiner schulischen, studentischen, beruflichen als auch privaten Laufbahn ergaben sich immer wieder Herausforderungen, die mir anfangs unüberwindbar erschienen. Mittlerweile ist mir klar, dass – egal wie unmöglich es anfangs erscheinen mag – man jede Herausforderung meistern kann, wenn man es nur versucht und sich dies selbst zutraut. Ganz wichtig ist es mir auch (beruflich und privat) immer ich selbst zu bleiben, mein Gesicht zu wahren und meinen Lebensweg so zu gestalten, dass mein Leben und mein Handeln meinen Moralvorstellungen entsprechen.

Warum sind Sie bei diesem Programm als Mentee dabei?

Die Gründe, warum ich bei diesem Mentoring-Programm dabei bin, sind vielfältig. So bin ich der Meinung, dass man von dem Wissensaustausch mit dem Mentor / der Mentorin und auch mit den anderen Mentees sowie den Initiatoren / Initiatorinnen sehr stark profitiert. Weiter lernt man auf diese Weise neue Menschen kennen und kann sein Netzwerk erweitern. Man trifft auf Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind beziehungsweise waren und Herausforderungen, vor denen man selbst noch steht, bereits erfolgreich absolviert haben. Solche Erfahrungen motivieren mich, meine Ziele immer weiter zu verfolgen. Auch der offene, ehrliche und freundliche Umgang miteinander sowie der Austausch unter „Gleichgesinnten“ ist eine der Gründe, warum ich bei diesem Mentoring-Programm dabei bin. In diesem Rahmen können Themen klar und deutlich kommuniziert und diskutiert werden. Natürlich ist auch die Weitergabe von Tipps, Ratschlägen und Weisheiten von bereits erfahreneren Personen ein wichtiger Grund für mich, bei diesem Mentoring-Programm dabei zu sein. Im Großen und Ganzen kann man von einem solchen Programm meiner Meinung nach nur profitieren.

Warum funktioniert Mentoring?

Meiner Meinung nach funktioniert Mentoring deshalb, da sowohl der Mentee als auch der Mentor / die Mentorin völlig freiwillig, ohne jegliche „Verpflichtung“ in ein Mentoring-Programm gehen und es ehrlich von sich aus wollen. Ich denke alle Beteiligten sind sich ihren Rollen bewusst und versuchen diesen Rollen, so gut es geht, gerecht zu werden und voneinander zu profitieren. Ich glaube auch, dass an einem solchen Programm nur Personen teilnehmen, für die ihr Beruf mehr als nur Beruf ist und die diesen mit Feuereifer und Leidenschaft ausüben. Von solchen Menschen kann man nur profitieren.

Was sind die Themen/ Bereiche, die am meisten diskutiert werden?

Über die Themenbereiche, die generell am meisten diskutiert werden, kann ich nichts sagen. Aber die Themenbereiche, die mir besonders wichtig sind, sind die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Bewältigen von bevorstehenden Herausforderungen, wie etwa die Rechtsanwaltsprüfung.

Zwei Do‘s und Don’ts für die Karriere von Rechtsanwältinnen

Meiner Meinung nach unterscheiden sich die Do´s und Don´ts von weiblichen Rechtsanwältinnen nicht allzu sehr von denen der männlichen Rechtsanwälte. Aus meiner bisherigen Erfahrung als Rechtsanwaltsanwärterin würde ich persönlich als absolutes Do Professionalität anführen. Für weibliche Rechtsanwältinnen ist ein professionelles Auftreten, besonders in männerdominierten Bereichen wie zB der Technik, unumgänglich. Als ein absolutes Do sehe ich aber auch Menschlichkeit an. Bei aller Professionalität, die man bei diesem Berufsbild an den Tag legen sollte, sollte man dennoch immer Mensch bleiben und anderen Menschen mit der nötigen Empathie begegnen. 

Als Don´t sehe ich unzureichende Vorbereitung an. Mag ein Fall aus objektiver Betrachtung auch noch so lapidar erscheinen, so ist er dem Menschen, um den es geht, persönlich immer wichtig. Daher ist es meiner Meinung nach die Pflicht von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen sich immer so gut als möglich auf anstehende Besprechungen, Termine, Verhandlungen, Schreiben, Schriftsätze etc. vorzubereiten, um die Interessen des Mandaten bestmöglich vertreten zu können.

Ein weiteres Don´t ist meiner Meinung nach auch das „Blenden“. Jeder Mensch hat seine Stärken und seine Schwächen sowie Bereiche in denen er von Fachwissen nur so strotzt und demgegenüber auch Bereiche, in denen er nicht mit solch einem Wissen glänzen kann. Unter der Prämisse, dass man sich bestmöglich vorbereitet, ist es sowohl menschlich als auch dem Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und Anwalt / Anwältin geschuldet, dass man nicht vorgibt alles zu wissen und über eine ausgezeichnete Expertise in jedem (Lebens-)Bereich zu verfügen.  Ich glaube auch, dass es in gewisser Weise ein „Spiel mit dem Feuer“ ist, anderen Menschen etwas vorzumachen. Sei es nun, was das Fachwissen betrifft oder auch die eigene Persönlichkeit. Letzten Endes haben Lügen (was das „Blenden“ in gewisser Weise ja ist) immer kurze Beine und beim Blenden erwischt zu werden, kann meiner Meinung nach ein gutes und professionelles Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen. Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass Ehrlichkeit in allen Lebenslagen einen Platz haben muss.