Mentoring

Women in Law Mentee Mag. Alina Alavi Kia im Gespräch
Mag. Alina Alavi Kia wurde als Mentee für den ersten Durchlauf des Women in Law Mentoring Programmes ausgewählt. In einem persönlichen Gespräch haben wir mehr über die Motivation hinter ihrer…

Mag. Alina Alavi Kia wurde als Mentee für den ersten Durchlauf des Women in Law Mentoring Programmes ausgewählt. In einem persönlichen Gespräch haben wir mehr über die Motivation hinter ihrer Bewerbung erfahren:

Was ist ihr (berufliches) Motto?

Mein berufliches Motto ist stetiges Wachstum. Wer aufhört zu lernen, hört auf zu wachsen.

Warum sind Sie bei diesem Programm als Mentee dabei?

Ich habe mich für das Women in Law-Programm beworben, weil ich diese tolle Initiative fördern und daran teilhaben wollte. Mir liegt der Austausch mit KollegInnen besonders am Herzen. Ich bin der Ansicht, dass sich gerade Frauen in der Rechtsbranche viel stärker vernetzen sollten. Dieses Programm schafft die ideale Basis dafür. Daher wollte ich das Programm durch meine Teilnahme unterstützen.

Außerdem finde ich den Ansatz, die unternehmerische Seite der Rechtsanwaltschaft in den Mittelpunkt den Programms zu stellen, großartig. Gerade das unternehmerische Denken nehmen manche RechtsanwaltsanwärterInnen in ihrer Berufsausbildung kaum mit. Der Fokus wird oft ausschließlich auf das Rechtliche gelegt. Doch gerade der unternehmerische Aspekt ist enorm wichtig, wenn man als selbständige Rechtsanwältin arbeiten möchte. Alleine die Diskussionen zu diesem Thema und auch die bevorstehenden Vorträge sind meiner Ansicht nach sehr wichtig, um sich ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Insgesamt finde ich die Diskussionen sehr spannend, weil die Teilnehmerinnen den Fokus auf ganz unterschiedliche Themen gesetzt haben. Das erweitert den eigenen Horizont.

Ein Plus ist natürlich, dass die Teilnahme kostenfrei ist. Das zeigt, dass die Initiatorinnen dieses Programms den Fokus eindeutig auf die Entwicklung und Unterstützung der Mentees legen möchten, wofür ich persönlich sehr dankbar bin. Gleiches gilt natürlich für alle MentorInnen und Vortragenden, die sich die Zeit nehmen, ihren Beitrag zu leisten.

Warum funktioniert Mentoring?

Der Austausch mit einer außenstehenden Person ermöglicht es, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Denn oft ist man aufgrund seiner eigenen Erfahrungen in gewissen Punkten “festgefahren”. Das Programm ist so konzipiert, dass den Mentees erfahrene MentorInnen zur Seite stehen. Dadurch gibt es die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und den Fokus auf die eigenen Ziele und Bedürfnisse zu setzen.

Meiner Erfahrung nach wird bei der Zuteilung der MentorInnen gezielt auf die Bedürfnisse und die Person der einzelnen Mentees eingegangen. Ich persönlich habe von meinem Mentor sehr profitiert. Für den Austausch und die mir gebotenen Denkansätze bin ich sehr dankbar.

Was sind die Themen/Bereiche, die am meisten diskutiert werden?

Die Leidenschaft für den Beruf Rechtsanwältin, die jedoch durch diverse Hürden gemindert wird. Das unternehmerische Denken, das oft fehlt bzw verbessert werden soll. Und natürlich das Thema Work-Life-Balance. Obwohl dieses Thema heutzutage nicht mehr ausschließlich Frauen betrifft, betrifft es sie doch nach wie vor stärker als Männer.

Was ich auch sehr spannend finde, sind die Diskussionen über die Aufgaben im Arbeitsalltag von RechtsanwältInnen. Konkret meine ich das Selbstverständnis, mit dem viele RechtsanwaltsanwärterInnen gewisse Aufgaben, die eigentlich zu ihrem “normalen Job” gehören, ausschließlich in ihrer Freizeit meistern. Hier spreche ich beispielsweise vom Publizieren. Im Zuge einer Diskussionsrunde gab es viel Input von den Initiatorinnen dazu, dass diese Aufgaben – genauso wie ein Schriftsatz – zur täglichen Arbeit einer Rechtsanwältin gehören. Allein das Bewusstsein dafür zu schaffen, ist meiner Ansicht nach viel Wert.

Zwei Do‘s und Don’ts für die Karriere von Rechtsanwältinnen:

Do´s:

Man sollte immer seine eigenen Ziele verfolgen und sich dabei nicht von anderen oder von gesellschaftlichen Vorgaben beirren lassen.
Ich denke, es ist sehr wichtig, sich gut innerhalb und außerhalb der Branche zu vernetzen.
Und, auch wenn eigentlich nur zwei Do´s gefragt waren: Gelegenheiten, die einem geboten werden, nutzen.

Don´ts:

Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zu sehr verbiegen. Das gilt in Bezug auf die Rechtsgebiete, in denen man sich uU spezialisieren möchte, aber genauso in Bezug auf die eigene Persönlichkeit. Sonst wird man schnell unauthentisch und macht seine Sache auch nicht mehr so gut, wie wenn man sich selbst treu bleibt.
Keine Herausforderungen mehr suchen – in welcher Form auch immer. Nur so wächst man, entwickelt sich weiter und wird besser. Davon profitiert man natürlich nicht nur selbst, sondern auch die KlientInnen.